Der Flatcoated Retriever

Der Flat apportierte geschossenes Federwild genauso früh wie alle anderen Retrieverrassen, und der Flat war seit jeher der populärste aller Retrieverrassen bis zum 1. Weltkrieg. Von da an sank seine Popularität bedeutend, zuerst hinter die des Labradors und später hinter die des Golden Retrievers.

Es gab eine Reihe von Gründen für die abnehmende Beliebtheit der Flats. Unter anderem waren die steigende Anzahl von Labrador Retrievern, die Einführung von Wettkampf Field Trials und das schöne Aussehen der Golden Retriever verantwortlich. Ein selten genannter Grund ist die Ablehnung der Züchter, diese Rasse in zwei Typen aufzuteilen, einen Typ für den Field Trial und den anderen Typ für Shows. Wettkämpfe führen immer zu Spezialisierung, wie es bei vielen jagdlichen Rassen gezeigt wird, die in zwei Typen geteilt wurden, den Field Trial-Typ und den Show-Typ. Das ist beim Flat nicht der Fall!

So ist der Flat von heute ein dualer Hund, gut aussehend und gut arbeitend. Das einzige Problem des Flats ist sein schwarzes Haarkleid, denn er kann dadurch etwas hitzeempfindlich sein.

Der Flat ist während seines normalerweise langen Lebens sehr energiegeladen. Selbst alte Hunde sind noch verspielt und zur Jagd zu gebrauchen. Weil Flats so viel Energie besitzen, ist es nicht selten, dass sie nach längerer Abstinenz mit der ersten Ente, die sie apportieren sollen, Spielchen treiben. Sie sind unersättlich in ihrem Wunsch zu apportieren. Dieser Charakterzug, verbunden mit ihrer Liebe zum Besitzer, macht sie zu einem eleganten Arbeitshund. Die Rasse zeigt sich physisch hart, in der Lage, Schmerzen und Unannehmlichkeiten im Feld zu ertragen. Das mag aber mehr an dem starken Wunsch liegen, arbeiten zu dürfen, als an angeborener physischer Unempfindlichkeit.

Das Temperament eines Flats ist bezaubernd, sowohl im Haus als auch im Feld. Sie sind fröhlich und lieb, froh, mit ihrem Besitzer zusammen zu sein, dankbar, aber nicht fordernd bei Besuchern, und sie sind wunderbare Begleiter für alle Kinder. Das grösste Bedürfnis eines typischen Flats ist die enge Bindung an seinen Besitzer. Der Flat ist ein Haushund, kein Hund für den Zwinger, er braucht tägliche Beschäftigung. Es muss eine physische und aktive Beziehung sein.

Quelle: Auszüge aus einem Artikel von James B. Spence.

Farbvererbung - genetische Grundlagen

Schwarz ist dominant zu Braun (= liver) und Gelb. Braun ist dominant zu Gelb. Reinerbig (homozygot) schwarze Eltern (BBEE) tragen nur schwarze Gene, können nur schwarze Welpen bekommen. Reinerbig braune Eltern (bbEE) tragen nur braune Gene, können nur braune Welpen bekommen.

Bis hierhin einfach, jetzt wird es komplizierter:

Mischerbig (heterozygot) schwarze Eltern (die ein Gen für braun tragen BbEE) können schwarze und braune Welpen bekommen. Ist ein Elternteil reinerbig schwarz und der zweite Teil mischerbig schwarz, sind alle Welpen schwarz, können aber das Gen für braun tragen.

Flats können auch alle drei Farben vererben (BbEe). Als Beispiel dazu hier die Hündinnen Amegino's Beautiful Blaver Pearly und Carla of Camelot, wie auch der in Deutschland durchaus bekannte Decküede Wizardwood Major Oak. Kreuzt man zwei dieser Hunde kann der Nachwuchs natürlich alle Farben haben.

Vetgen unterscheidet 9 Typen:

  • Typ 1: BBEE = schwarz (kein gelb, kein liver)
  • Typ 2: BBEe = schwarz (traegt gelb, kein liver)
  • Typ 3: BbEE = schwarz (kein gelb, traegt liver)
  • Typ 4: BbEe = schwarz (traegt gelb, traegt liver)
  • Typ 5: BBee = gelb (schwarze Nase)
  • Typ 6: Bbee = gelb (schwarze Nase)
  • Typ 7: bbee = gelb (braune Nase)
  • Typ 8: bbEE = liver (kein gelb)
  • Typ 9: bbEe = liver (traegt gelb)

vetgen.com

Weitere Infos zur Farbvererbung beim Flat auch in dem Buch: Flat Coated Retriever von Rosemarie Wild (Müller Rüschlikon Verlag) oder im Jahrbuch der Flatcoated Retriever Society 1984

FCI Standard

Ursprungsland:
Grossbritannien
Allgemeines Erscheinungsbild:
Ein aufgeweckter, reger Hund von mittlerer Grösse mit intelligentem Ausdruck. Zeigt Kraft, ohne schwerfällig zu wirken; zeigt Rasse, ohne dabei schmächtig zu sein.
Charakteristika:
Rundherum ausgestattet mit den natürlichen Eigenschaften eines Jagdhundes. Optimismus und Freundlichkeit wird durch enthusiastische Rutenbewegung demonstriert.
Wesen:
Selbstsicher und freundlich.
Kopf und Schädel:
Kopf lang und ansprechend geformt. Schädel flach bei mittlerer Breite, mit leichtem Stop in Augenhöhe, dabei in keiner Weise betont, so dass eine Konvergenz oder eine Divergenz nicht zu erkennen ist. Nase von guter Grösse mit gut geöffneten Nasenlöchern. Kiefer lang und kräftig, dadurch imstande, Hasen oder Fasane zu tragen.
Augen:
Mittelgross, dunkelbraun oder haselnussbraun, mit sehr intelligentem Ausdruck (ein rundes hervorstehendes Auge ist höchst unerwünscht). Nicht schräg eingesetzt.
Behang:
Klein und gut angesetzt, dicht seitlich am Kopf getragen.
Gebiss:
Kräftige Kiefer mit einem perfekten regelmässigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Hals:
Kopf gut auf dem Hals sitzend, wobei der Hals ziemlich lang und trocken sein muss, symmetrisch und schräg in der Schulter sitzend, dabei gut in den Rücken übergehend, um ein leichtes Folgen der Spur zu ermöglichen.
Vorhand:
Eine tiefe und ziemlich breite Brust, an der sich die Ellbogen frei und gleichmässig vorbei bewegen sollen; deutlich ausgeprägtes Brustbein. Vorderläufe gerade, mit Knochen von insgesamt guter Qualität.
Gebäude:
Die vordere Rippenpartie eher flach. Der Körper zeigt einen guten Rippenkorb, der sich erst allmählich gut wölbt, dann in der Mitte deutlich gewölbt ist und zur Hinterhand in der Wölbung abnimmt. Lende kurz und breit. Eine lange Lendenpartie ist höchst unerwünscht.
Hinterhand:
Muskulös; gute, aber nicht übertriebene Winkelung der Knie- und Sprunggelenke. Die Sprunggelenke sind tiefer stehend. Sie sollen gerade und parallel im Stand sein. Kuhhessigkeit höchst unerwünscht.
Pfoten:
Rund und kräftig mit geschlossenen und gut aufgeknöchelten Zehen. Ballen dick und kräftig.
Rute:
Kurz, gerade und gut angesetzt; freundlich, jedoch niemals wesentlich über der Rückenlinie getragen.
Gangart / Bewegung:
Frei und fliessend, gerade und parallel, sowohl von vorne als auch von hinten gesehen.
Haarkleid:
Dicht, von feiner bis mittelstarker Textur und guter Qualität, so glatt wie möglich. Läufe und Rute gut befedert. Eine vollständige Befederung unterstreicht die Eleganz eines erwachsenen guten Hundes.
Farbe:
schwarz oder leberbraun (liver)
Erwünschtes Gewicht bei harter Kondition:
Rüden 27 bis 36 kg,
Hündinnen 25 bis 32 kg
Erwünschte Schulterhöhe:
Rüden 58 bis 61 cm, Hündinnen 56 bis 59 cm
Fehler:
Jede Abweichung von den genannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

Bücherliste

Flatcoated Retriever - das grosse Rassehandbuch
Rosemarie Wild/ Yvonne Jaussi
Müller Rüschlikon Verlag
ISBN 3-275-01527-3
Retriever Schule für Welpen
Norma Zvolsky
Kosmos Verlag
ISBN 978-3-440-10633-4
The Flat-Coated Retriever Today
Joan Mason
Howell Book House
ISBN 0-87605-124-7
Flatcoated Retrievers (The World of Dogs)
Brenda Phillips
Kingdom Books
ISBN 1-85279018-0
Die Kosmos Retriever Schule
Norma Zvolsky
Kosmos Verlag
ISBN 3-275-01452-8
 
© 2013 - Claudia Rosker, Ashes of St.Helens · Design & Produktion: schwarz · 16.08.2017 23:44:05